Achtung SATIRE!

Drama in Berlin:
LINKER Kultursenator doch RECHTShänder!

Ein neuer Skandal erschüttert die Bundeshauptstadt. Wie jetzt bekannt wurde, hat der Berliner Kultursenator Klaus L. Wähler und Kollegen seit vielen Jahren hinters Licht geführt. Der linke Politiker wurde dabei erwischt, wie er einen Eintrag auf seiner Facebook Seite ausschließlich mit Fingern der rechten Hand tippte.

Wie Zeugen berichteten, soll die linke Hand dabei völlig unbeteiligt auf dem Schreibtisch gelegen haben. L.´s Pressesprecher sagte auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz, sein Chef sei dennoch bei vollem Bewusstsein gewesen als er den Beitrag gegen Ken J. verfasst habe. Warum seine linke Hand dabei nicht zum Einsatz kam, soll umgehend von einem linken Untersuchungsausschuss, unter der Leitung eines weiteren Rechtshänders mit leichter rechts-links Schwäche, geklärt werden.

Klaus L. war in der Vergangenheit schon mehrfach dadurch aufgefallen, dass er links und rechts verwechselte – Zitat des Kultursenators aus einem Interview mit dem Spiegel von vor einem Jahr: „Links ist da, wo der Daumen links ist“.

Zurück zu den Tatsachen.
Der Journalist und Medienmacher Ken J. sollte am 14.Dezember im Berliner Babylon Kino den Karlspreis der Neuen Rheinischen Zeitung für seinen mutigen Journalismus überreicht bekommen. Klaus L. jedoch, der bisher in seinem Leben nur die kleinen Preise vom Lebensmittel Discounter Plus überreicht bekommt hat, konnte dies unter dem Einsatz modernster Kommunikationsmethoden verhindern. Insgesamt 400 000 Euro wollte er nun künftig für die Stadt Berlin einsparen, wenn das Babylon Kino seiner Bitte, die Veranstaltung mit J. abzusagen, nicht entspräche. (Der genaue Wortlaut des Gesprächs mit den Babylon Betreibern lag der Redaktion bis Redaktionsschluss leider nicht vor.) Kommentare kamen so gleich auch von prominenten Weggefährten, wie dem legendären Kaufhauserpresser Arno F. alias Dagobert, der in einem ersten Statement Klaus L. für seine professionelle Vorgehensweise lobte.

Klaus L. will aber selbst nichts davon wissen, die Betreiber des Babylon Kinos womöglich erpresst zu haben. Er habe im Sinne der Demokratie gehandelt, um Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden. Ken J. sei schließlich in der Vergangenheit immer wieder durch rechte bzw. linke also rechtslinke oder linksrechte – also so genau wisse er das auch nicht – aber in jedem Fall durch Äußerungen in Erscheinung getreten, die man ihm zwar nicht konkret nachweisen könne aber auch nicht müsse, denn den Personen, mit denen er Kontakt gehabt haben könnte, müsste man unterstellen, sie wären zu weit rechts oder zu weit links aber eben auf gar keinen Fall geradeaus genug.
Warum der Kultursenator, der in seiner Freizeit gerne mit einem Audi A6 Dienstwagen die linke Autobahnspur dicht macht, um zu sehen, wer ihn rechts überholt, sich durch die diesjährige Karlspreis Verleihung so angegriffen fühlte, führt zu wildesten Spekulationen. Insider vermuten, dass Klaus L. seit Jahren unter dem sogenannten Wikipedianer Virus leidet, einer Erkrankung, die es dem Betroffenen verbietet, andere Informationsquellen außerhalb von WIKIPEDIA zu nutzten.

Besorgt über den Vorfall zeigt sich auch die Berliner Kulturszene, sollte Klaus L. seine linke Hand nicht wieder in Betrieb nehmen können. Aus gut informierten Kreisen drang die Nachricht durch, dass der Kultursenator in einem nächsten Schritt allen Theatern und Veranstaltungshäusern in Berlin die Bezeichnung Parkett rechts verbieten will. Ab 2019 soll es in der Bundeshauptstadt nur noch Parkett links geben, natürlich um Demokratie, pardon Schaden, vom Deutschen Volke abzuwenden.

Unter den Wolken…

Moderne Bankräuber müssen sich heutzutage nicht mehr verkleiden. Sie kommen in maßgeschneiderten Anzügen zu ihren Raubzügen, machen sich die Taschen voll und verschwinden dann klammheimlich wieder von der Bildfläche. Unterstützt werden sie dabei zuweilen von der Bundespolitik, mit dem Geld von uns braven Bürgern, die wir ja so gerne Steuern zahlen, damit eben diese Bankräuber oder wie man es heute so modern sagt, Konzernvorstände, einen ruhigen, entspannten Lebensabend haben.

150 Millionen Euro hat die Bundesregierung Air Berlin für die Rettung „geliehen“, davon hat sich CEO Thomas W. 4,5 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt. Immerhin hat er dafür 9 Monate hart gearbeitet und das Unternehmen mit vollem Einsatz so richtig schön „vor die Wand geflogen“. So, wie es der Lufthansa gut gefällt, die jetzt rund 80 Air Berlin Maschinen „günstig“ übernehmen kann, übrigens ist die Lufthansa rein zufällig das Unternehmen, für das Thomas W. zuvor gearbeitet hat. Wer hier an eine Absicht denkt, der ist ein schlechter Mensch, vielleicht sogar ein wirrer Verschwörungstheoretiker.

Ehrlich gesagt fällt es schwer, bei solchen Umständen nicht zynisch zu werden und das zu tun, was dieser Blog eigentlich zum Kernziel hat: den Betroffenen, in diesem Fall den Air Berlin Mitarbeitern und ihren Angehörigen, zu vermitteln, dass jedes Ereignis – und sei es auch noch so schwerwiegend – immer auch eine positive Seite hat, dabei zu helfen, nach einer kurzen Wutphase das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, das den eigenen Lebensweg in eine neue, in eine bessere Richtung weist.

In diesem Zusammenhang möchte ich das Buch „Das Experiment der Hingabe“ von dem amerikanischen Bestsellerautor Michael Singer empfehlen, der sich als junger Mann seinem Leben mutig gestellt und jede noch so unangenehme Situation willkommen geheissen hat, ohne dagegen mit seinem Verstand anzukämpfen, ohne dem erlebten Unrecht noch mehr Energie zu geben. Wer dieses Buch gelesen hat, der spürt, dass das Leben es grundsätzlich immer gut mit uns meint.
Natürlich ist es nicht einfach, negative Umstände nicht zu bewerten und dabei im Vertrauen zu bleiben aber am Ende ist es der einzige Weg in die persönliche, wahrhaftige Freiheit.

Menschen wie Thomas W. sind „Täter in Nadelstreifen“, wie wir sie überall und leider immer häufiger in der Wirtschaft erleben. „Täter“, die wahrscheinlich durch selbst erlebte Traumatisierungen ihr Herz gänzlich verschlossen haben „und es der Gesellschaft mit allen Mitteln und Möglichkeiten verbieten, sie als Täter zu sehen.“ (Zitat aus dem Buch Mein Körper, mein Trauma, mein ich von Franz Ruppert und Harald Banzhaf) Menschen, die selber glauben Gutmenschen zu sein, weil ihnen der Bezug zu den wirklich wesentlichen Werten völlig abhanden gekommen ist.

Ich jedenfalls wünsche den Mitarbeitern von Air Berlin, dass sie das Trauma ihrer Kündigung schnell überwinden und in ein neues, besseres Leben starten können, frei nach dem Motto: auch unter den Wolken kann die Freiheit grenzenlos sein, wenn wir uns dem Leben hingeben und ihm vertrauen, dass sich neue Türen zur Erfüllung des eigenen Seelenplanes öffnen. Denn eines ist klar: viel Geld macht nicht „viel“ glücklich, schon gar nicht, wenn man es wie Thomas W. anderen „gestohlen“ hat.

Was wäre wenn…

…die Politiker, die unser Land regieren, endlich einmal die Wahrheit sagen würden? Mal ganz ehrlich: würden wir sie dann noch wählen? Nein, das würden wir zunächst einmal nicht. Weil die Wahrheit immer voraussetzt, dass auch wir selbst wahrhaftig leben. Und wer von uns kann das schon behaupten? Wahrhaftig zu leben bedeutet, sich der Komfortzone weitestgehend zu entziehen, es bedeutet auf fast alles zu verzichten, was unsere dekadente Überfluss-Gesellschaft derzeit vorlebt. Wie kann ich guten Gewissens mein Auto volltanken, wenn ich gleichzeitig weiß, dass das Öl aus Ländern stammt, denen es unter dem Vorwand der Demokatrisierung „gestohlen“ wurde? Wie kann ich ein Smartphone besitzen, von dem ich weiß, dass es unter widrigsten Bedingungen für Mensch und Natur produziert wurde?, wie kann ich Lebensmittel (insbesondere Fleisch und Fisch) konsumieren, deren Herstellung unsagbar viel Leid erzeugen? Wie kann ich mir einen Kredit aufnehmen, von dem ich weiß, dass er mich noch abhängiger von meiner Arbeit macht, die ich ohnehin nicht gerne mag?

„Die Wahrheit hat keine Meinung“, wie es der Dresdner Sänger Michael Pritzke so schön in seinem neuen Album Nur die Wahrheit ausdrückt. Die Wahrheit lässt keinen Interpretationsspielraum zu, die Wahrheit ist immer die Liebe, die Emapthie, die Mitmenschlichkeit, es gibt keinen Grund für eine andere, für eine ausbeutende, hasserfüllte, verdrängende Wahrheit.

Plakat CDU Kopie (Inoffizielles „CDU Wahlplakat“, fotografiert in Dresden Neustadt)

Und warum leben wir dann nicht die Wahrheit? Weil wir darauf konditioniert sind, in nahezu allen Lebensbereichen zu verdrängen. Ist es da wirklich noch ein Wunder, dass wir diese Verdrängung von der nationalen und internationalen Politik als Spiegel vorgehalten bekommen? Wir – und davon bin ich aus tiefstem Herzen überzeugt – können nur etwas ändern, wenn wir uns selbst ändern, wenn wir unsere materialistische, naturfremde Lebensweise überdenken und stärker zur Einfachheit, zur ökologischen Basis zurückkehren.

Auch ich stehe hier übrigens noch am Anfang eines langen Weges. Auch ich konsumiere viel zu viel an Dingen, die ich nicht wirklich brauche, immer unter dem Aspekt, mir etwas Gutes zu tun. Ein Muster, das ich von Kindesbeinen an antrainiert bekommen habe. Aber ich merke immer häufiger, dass dieses „Gute“ alles andere als „gut“ ist. Es führt zu noch mehr Unfreiheit und unterstützt die Prozesse, die ich andererseits an unserem System kritisiere. Sich dessen bewusst zu sein und es in Gesprächen mit möglichst vielen Menschen zu kommunizieren, ist vielleicht ein erster Schritt, um das kollektive Bewusstsein für eine neue positive, altruistische und empathische Lebensweise zu stärken. Die Handlungen die dann daraus entstehen, sind allerdings von größter Bedeutung und zwar jede einzelne Handlung für sich. Wir müssen nicht gleich alles radikal ändern, um Gutes zu tun, kleine bewusste Schritte sind der Schlüssel zum Erfolg. Es ist wie bei einer Diät. Zu schnelles Abnehmen führt zu einem Jojo Effekt, so ist es auch mit unserer Lebensweise. Stück für Stück Neues zu erproben, ist die beste Methode, nachhaltig und effizient auch das große Ganze zu verändern.

Und das ist aus meiner Sicht dringend notwendig. Grundsätzlich bringt nämlich der Kapitalismus in seiner jetzigen Form mehr Leid, als ich es noch vor wenigen Jahren jemals für möglich gehalten hätte. Wir brauchen ein neues System – den Empathielismus (eigene Wortschöpfung), der nicht das Ego sondern das Gegenüber als Leitbild hat, immer unter dem Aspekt, dass unsere Handlungen auch zu uns zurückkehren. Geben ist seeliger als nehmen, anderen eine Freude zu machen ist ein viel größeres Glück als nur in die eigene Tasche zu wirtschaften, dieses Experiment kann jeder zu jedem Zeitpunkt „wagen“, die Belohnung ist das Gefühl von tiefer Sinnhaftigkeit.

Zurück zur Politik: wenn wir die Lösung unserer Probleme auch in Zukunft ausschließlich im Außen suchen, wird sich – egal welche Partei wir wählen – natürlich nichts ändern, weil sich nichts ändern kann. Wir schaffen es ja nicht einmal unseren Partner oder unsere Kinder zu ändern – wieso glauben wir dann, dass wir durch ein Kreuz alle vier Jahre tatsächlich für eine bessere Zukunft sorgen? Auch das ist Verdrängung, weil der Mensch im tiefsten Inneren Angst vor Veränderung hat.
Wir tolerieren lieber ein ungerechtes System, das wir kennen als durch unser Handeln ein neues, ein besseres System zu installieren. Wir spüren, dass wenn wir dieses System in seiner jetzigen Form nicht mehr unterstützen, wir eine viel größere Verantwortung für alles übernehmen müssten. Wenn endlich alle Menschen ihren wahrhaftigen Seelenplan leben würden, dann hätte das für unseren Alltag weitreichende Konsequenzen. Vielleicht müssten wir dann unseren Müll selbst entsorgen (würden aber auch nicht mehr soviel produzieren), unsere Lebensmittel selbst anbauen (und darauf achten, das sie unter guten Bedingungen gedeihen), unsere Alten und Kranken selbst versorgen (weil auch sie mit uns durch dick und dünn gegangen sind), wahrscheinlich würden wir erkennen, dass in all diesen Aufgaben ein größerer Sinn steckt, vielleicht sogar der Sinn des Lebens.

Wählen wir also das Richtige, wählen wir die Rückkehr zu uns selbst, nämlich genau dass zu werden, was in uns steckt, was unsere Seele glücklich macht, für uns, für alle anderen und für eine bessere Welt.

Herzlich,

Jens Lehrich

Durch Achtsamkeit Angst in Mut verwandeln

Altruismus ist für viele Menschen immer noch ein Fremdwort. Es bedeutet dem anderen aus einer natürlichen Selbstverständlichkeit heraus gerne zu helfen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten, ohne daraus einen Vorteil zu ziehen. Mit Altruismus werden wir geboren und würden wir diese Fähigkeit nicht bereits nach kurzer Zeit auf Erden verlernen, wir würden altruistisch sterben. Damit ist auch die Frage beantwortet, ob der Mensch so sein muss, wie er sich gerade auf Erden benimmt: ausbeuterisch, gewaltsam, egoistisch. Die Antwort der Wissenschaft lautet: „Nein“. Schade nur, dass wir das nicht aus der BILD Zeitung erfahren sondern erst, wenn wir uns selbst auf die Suche nach Sinnhaftigkeit und mehr innerer Lebensfreude machen.

Für uns ist es von Kindesbeinen an normal zu kämpfen, das ganze Leben ist mehr Kampf als Vergnügen, in diesem Massenbewusstsein wachsen wir in ein System hinein, das uns vermittelt, das Leben sei ein Zufall, wir müssten ihm uns erfürchtig ergeben, immer ganz nach dem Motto: das Leben geht vor und wir stolpern ihm hinterher. Dieser Irrglaube dient vor allem einer Gesellschaft, die ständiges Wachstum als Religion hat, deren Ziele immer dann schon wieder zu Staub zerfallen sind, wenn sie erreicht wurden. Immer höher, immer größer, immer besser aber nie unter dem Aspekt von Liebe und Wahrhaftigkeit. Lebensfreude wird in so einer Gesellschaft irrtümlich als materieller Reichtum definiert, ist man arm, kann man keine Lebensfreude haben. Dabei ist das Wesentlich einfach, das hat schon der große indische Philosoph Jiddu Krishnamurti auf berührende Art und Weise in seinen Büchern gelehrt, oder um es mit modernen Worten einer deutschen bekannten Popband auszudrücken: „Es lebt sich besser mit leichtem Gepäck“.

Unsere Seele und unsere Intuition flüstern uns permanent auf unserem Lebensweg, dass Wahrhaftigkeit, Liebe und Freiheit unsere wichtigsten Ziele sind, aber die Sucht nach Materiellem hat uns den Blick dafür verbaut, und wir landen im Hamsterrad und drehen uns bis wir ausbrennen, Medikamente schlucken, zu viel Alkohol trinken und zu viel Junkfood in uns hineinstopfen – alles nur, um uns glücklich zu fühlen, so, wie wir es tun würden, wenn wir den Rucksack mit unseren materiellen Verpflichtungen gar nicht erst aufgeschnallt hätten. Doch Glück gibt es nicht als Pille, Burger oder Getränk, wahres Glück finden wir nur in unserem tiefsten Inneren. Und eigentlich wissen wir das auch in unserem tiefsten Inneren, doch wir haben nicht den Mut, gegen den Mainstream-Strom zu schwimmen. Verdrängung ist dabei zu unserem Lebenskonzept geworden, um die selbst erschaffte Realität zu ertragen. Die gute Nachricht jedoch ist: wir können aussteigen, jederzeit, in jedem Alter und sogar in jeder Lebenssituation, egal ob wir durch äußere Umstände, wie den Verlust unseres Arbeitsplatzes dazu gezwungen werden oder freiwillig erkannt haben, dass innere Lebensfreude für unser Glücksniveau einen weitaus größeren Stellenwert hat als jedes materielle Statussymbol. Das kann sogar die jüngste Glücksforschung belegen: nur 10 % unseres Glücksniveaus hängen demnach davon ab, ob wir arm oder reich, schön oder hässlich, erfolgreich oder erfolglos sind.

Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser ist für viele Menschen ein Hoffnungsträger. Nicht nur, weil er mit seinen Forschungen über illegale Kriege neue Impulse für Frieden und Gerechtigkeit auf unserem Planeten setzt sondern auch weil er selbst den Mut hatte, dem System zu widerstehen und sich den Rücken nicht verbiegen zu lassen. Darüber habe ich mit ihm in Hamburg ein sehr emotionales und besonderes Gespräch geführt, das aufzeigt, dass der Weg zu mehr Lebensfreude nicht nur ein Beitrag für den Frieden sondern vor allem ein Gewinn für die eigene Lebensqualität ist. Für jeden Menschen erreichbar, der bereit ist, durch Achtsamkeit Angst in Mut zu verwandeln. (Hinweis: zum Ende des Gesprächs mit Dr. Daniele Ganser hat sich ein Versprecher eingeschlichen, es sind natürlich 225 Dollar pro Mensch pro Jahr, nicht pro Tag)

Über das Innere das Äußere positiv verändern!

Es wird Zeit, dass wir etwas ändern. Zeit, dass wir nicht länger im Außen nach Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit suchen und die Verantwortung auf andere abwälzen. Von dieser weit verbreiteten Lebenseinstellung profitiert am Ende nur das große Kapital. Wir sollten als Menschheit endlich erkennen, dass dieses Konzept der Schuldzuweisungen nicht funktioniert und daraus lernen, dass wir nicht die anderen ändern können, sondern nur uns selbst. Fangen wir doch endlich damit an, uns als gemeinsame Spezies zu verstehen und uns nicht über unsere Unterschiedlichkeiten sondern über unsere Gemeinsamkeiten zu definieren.
Sei Du selbst der Wandel, den Du sehen willst – dieser prägnante Satz des Dalai Lama ist aktueller denn je. Natürlich ist das kein einfacher Weg, und er ist mit vielen Erfahrungen gespickt, die wir als unangenehm, als nervig, als anstrengend empfinden, aber das Ergebnis lohnt sich: innere Zufriedenheit für eine im Äußeren bessere Welt. Dazu habe ich mir im neuesten ahundredmonkeys persönlich meine Gedanken gemacht. Wie immer freue ich mich auf Eure konstruktiven Kommentare.

Warum Geld aus Sicht der Glücksforschung unwichtig ist!

Wenn wir Menschen wüssten, was uns wirklich glücklich macht, dann müssten wir unseren derzeitigen Lebensinhalt komplett neu definieren. Dann müssten wir endlich damit aufhören, Geld zu unserem zentralen Lebensmittelpunkt zu erheben. Denn die moderne Glücksforschung hat es lange belegt: nur 10 % unseres Glücksniveaus hängt von äußeren Umständen ab. Davon, ob wir arm oder reich, schön oder hässlich, erfolgreich oder erfolglos sind. Nur 10 % – auch ich musste diese Zahl im Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ von Dr. Frank Berzbach mehrfach lesen, weil dass, was ich schon lange intuitiv vermutet hatte, plötzlich wissenschaftlich dokumentierte Realität wurde.
Sonja Lyobomirsky hat das herausgefunden, sie ist eine russisch-amerikanische Psychologieprofessorin, die seit mehr als 20 Jahren erforscht, was uns Menschen wirklich glücklich macht. Und sie kommt für alle Fans vom schnöden Mammon zu einem niederschmetternden Ergebnis:„Was wir über uns und die Welt denken, hat mehr Einfluss auf unser Glück oder Unglück als unsere tatsächlichen Lebensumstände.“ Verrückt oder? Das Geld nicht glücklich macht, ist ein altbekanntes Sprichwort aber so sagt es der Volksmund weiter: es beruhigt die Nerven, es lässt uns besser schlafen, es ermöglicht uns Freiheit.
Aber bevor wir es bekommen, sind wir in einem wirtschaftlichen System gefangen, das es ganz und gar nicht gut mit uns meint. Wieviel Freiheit muss man aufgeben, um am Ende durch Geld eine Freiheit zu erlangen, die nicht wirklich glücklich macht? Ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt über diese Frage ausgiebig nachzudenken. Wir müssen endlich wahrhaftiger werden und das derzeitige „glücksferne“ System in Frage zu stellen, ohne dabei dem System die Schuld an unserem oft so unerfüllten Leben zu geben.
Wir zusammen als Gesellschaft sind nämlich genau dieses System, jeder einzelne von uns und wenn wir es sind, dann können wir es auch ändern, in dem jeder einzelne von uns sich ändert: in dem wir unsere Prioritäten neu ordnen, in dem wir überprüfen, was uns wirklich wichtig ist und dieses dann mutig beginnen zu leben. In meinem Fall ist es das Klavier spielen, auch wenn ich es nicht wie ein Profi beherrsche, so gibt es mir genau diesen inneren Frieden, der so wichtig ist, um den äußeren Frieden zu stärken. Menschen, die dauerhaft ihren inneren Frieden gefunden haben, ziehen uns magisch an, weil einjeder den Wunsch nach diesem höchst beglückenden Zustand hat. Kein Mensch will Krieg, kein Mensch will dauerhaft in Hass oder Zorn leben. Aber der Irrtum viel Geld und großer wirtschaftlicher Erfolg seien der Sinn des Lebens, haben uns blind für das wirklich wichtige gemacht. Dafür, dass wir wahres Glück nur in uns selbst finden können. Wir selbst sind dafür mit unserer inneren Haltung zu 100 Prozent verantwortlich, erst wenn wir das verstanden haben, können wir aus allen noch so schwierigen Erfahrungen beglückende Erfahrungen machen.

Sind wir etwa verrückt geworden?

Maybrit Illner trägt ein Pflaster am Kinn und ganz Deutschland fragt sich seit Tagen, was da wohl passiert sei? Nach wie vor leiden rund 1 Milliarde Menschen in der dritten Welt an Hunger und ganz Deutschland fragt sich in diesem Fall gar nichts. Das Pflaster von Illner ist eine willkommene Abwechslung von TRUMP & Co., von der Diskussion über Atomwaffen oder von dem neuen SPD Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der – so munkelt man – derzeit ein Pflaster am Knie trägt aber keiner bekommt es mit. Vielleicht im Sommer dann, wenn er eine kurze Hose trägt. Oder wenn die Fotografen der BILD Zeitung „endlich“ die neue SCAN-CAM einsetzen, eine neuartige Fotokamera, die jeden Prominenten auch dann nackt zeigen kann, selbst wenn er bekleidet ist. (Achtung FAKE-NEWS, die SCAN CAM ist eine Erfindung des Autors)
Die Deutschen jedenfalls lassen sich nicht beirren, kaufen weiter BILD und Co und freuen sich über die Berieselung mit boulevardesker Leichtigkeit. Mal ganz ehrlich – ist das jetzt etwa schon Zynismus? Ich denke nein, es ist aus der Entfernung betrachtet genau der Wahnsinn, in dem unsere Gesellschaft lebt. Ein Wahnsinn, der auf Verdrängung, Ignoranz und emotionaler Dummheit beruht, dem exakten Gegenteil von emotionaler Intelligenz. Aber: wieso ist der Mensch nun eigentlich so? Ist es das gesellschaftliche System, das ihn formt, oder ist er es am Ende selbst, der das System formt? Die berühmte Frage was zuerst da war, die Henne oder das Ei? Der bekannte Göttinger Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther wünscht sich ein Umdenken. Nicht das System sei das Problem, es sei unser Umgang mit dem System und der ständigen Sucht nach Bedeutsamkeit. Wir müssen endlich dem Wahnsinn entfliehen, dass alles immer größer, höher und spektakulärer werden soll.
Das Wesentliche ist einfach, so hat es schon der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti in seinem gleichnamigen Buch geschrieben.Professor Hüther findet in dem Interview „Bewusstsein schafft Lebenssinn“, das ich mit ihm an seiner Akademie für Potentialentfaltung in Göttingen geführt habe, klare Worte für alle, die bereit sind, sich für einen neuen Weg inspirieren zu lassen. Eines scheint dabei sehr wesentlich: es gibt kein System auf dieser Welt, das in der Lage ist, unser eigenes Leben zu verbessern. Der Antrieb dafür und die Bereitschaft müssen aus uns selbst heraus entstehen. Wie immer freue ich mich auf Eure konstruktiven Kommentare zu diesem emotionalen Thema.

„Nicht für das Leben, für die Schule lernen wir.“

Kommt Dir dieser Satz ungewöhnlich vor? Wenn nein, dann bist Du wahrscheinlich bereits im Thema, wenn ja, dann lade ich Dich dazu ein, gemeinsam mit mir darüber nachzudenken, warum wir im 21. Jahrhundert in Deutschland noch immer ein Schulsystem betreiben, das überwiegend aus einer Zeit stammt, in der Gehorsam und Disziplin die obersten Gebote waren?! Früher haben die Menschen geglaubt, das Gehirn sei durch Disziplin bespielbar wie eine Festplatte, heute wissen wir, dass unser Gehirn ganz anders funktioniert. Um etwas wirklich behalten zu können, braucht es einen gewissen Treibstoff, den der bekannte Hirnforscher Professor Dr. Gerald Hüther ganz einfach Begeisterung nennt.
Wenn wir uns für etwas begeistern, können wir auch mit 80 Jahren noch neurologische Höchstleistungen vollbringen und beispielsweise eine Fremdsprache lernen, umgekehrt können wir mit 30 an eben dieser Aufgabe scheitern, wenn wir uns nicht dafür begeistern. Und da Menschen Individuen sind, begeistert sich jeder Mensch für etwas anderes. Genau diesem Umstand kann die Schule mit ihrer „wir scheren alle über einen Kamm-Methode“ aber nicht gerecht werden, natürlich gibt es Reförmchen nach Reförmchen aber grundsätzlich geht es doch in erster Linie darum, die Spreu vom Weizen zu trennen, Hochbegabte rauszufischen und Versager auszusortieren. Ist jetzt der Versager aber möglicherweise nur zum Versager gestempelt worden, weil er sich eben nicht für Mathe, Chemie oder Physik in der Form begeistern konnte, wie es ihm in der Schule vermittelt wurde? Weil er über viele Jahre mit einem Stoff gequält wurde, den sein Hirn als völlig unsinnig und unnütz eingestuft hat. Oder ist es sogar gewünscht, dass die Schule bewusst Versager produziert, denn irgendjemand muss ja später auch die Berufe machen, die eigentlich keiner machen will? Provokation oder bittere Wahrheit?
Der Begriff „Wissensbulimie“ bringt die Art von unserem Lernsystem gut auf den Punkt, wir quälen uns Wissen rein, spucken es zu einem definierten Zeitpunkt (Klausur) wieder aus und haben es meistens für immer verloren. Was soll das? Warum ist es aus Sicht des schulischen Systems nichts wert, wenn ein Kind sich für Fußball, Malerei, Musik, Tanz oder Schauspiel begeistert, während die Anwendung des Satz des Pythagoras jedem „PISA-Fetischisten“ leuchtende Augen beschert? Wann hast Du in der realen Welt zuletzt mit dem Satz des Pythagoras gerechnet? An der Supermarktkasse? Bei der Steuererklärung oder abends bei einem romantischen Glas Rotwein mit Deiner Freundin oder Frau? „Schatz, ich wollte mit Dir heute endlich mal über den Satz des Pythagoras sprechen.“

Mich selbst hat dieses System fast zwei Jahrzehnte bis zum Abitur gequält, noch Jahre später wachte ich schweißgebadet auf, mit dem Albtraum, ich hätte mein Abitur nicht bestanden. Aber Anfang der 90 er Jahre gab es für mich keine Alternative, ich musste da durch, meine Eltern hätten auch ihren letzten Groschen für Nachhilfe in mich investiert, einfach nur, damit ihr Sohn sein Abitur schafft. Das gehörte sich einfach so, wenn man kein Außenseiter sein wollte.
Habe ich geschafft – und wie ich es geschafft habe? Natürlich mit Begeisterung. Aber eben nicht für meine Leistungskurse. Und schon gar nicht für meine Grundkurse. Mit Begeisterung für den Journalismus. In der 11 Klasse begann ich in meiner Heimat Bad Salzuflen für die Lippische Landeszeitung als Reporter zu schreiben. Und das mit einer schwachen 4 in Deutsch. Dennoch: meine Artikel formulierte ich derart engagiert und lebendig, dass sogar der Chefredakteur auf mich aufmerksam wurde und mir nach knapp einem Jahr noch während meiner Abizeit ein Volontariat (Ausbildung zum Redakteur) in Aussicht stellte. So bot ich der Redaktion regelmäßig Artikel über Aktionen an unserer Schule an – was den Lehrern schmeichelte – und im Gegenzug verzieh man mir wohl die ein oder andere kleine Schwäche in Französisch oder Mathematik.

Wie aber soll eine Schule 2.0 dann überhaupt in Zukunft gestaltet sein? Die 10-jährige Tochter einer befreundeten Nachbarsfamilie malte neulich ungefragt im Büro ihrer Eltern ihren ganz persönlichen Wunschstundenplan auf:
Wunsch Stundenplan
Hier bekommt das Wunschdenken vieler Schülerinnen und Schüler ein Gesicht: mit nur einer Stunde Mathe pro Woche am Donnerstag und einem komplett freien Freitag. Der freischaffende Philosoph und Kinderrechtler Bertrand Stern, den ich in Hamburg zu einem Interview getroffen habe, geht noch viel weiter.
Bild Bertrand Stern
Er hält die Schulpflicht in Deutschland für längst überfällig. Seine Forderung: jeder junge Mensch (Stern vermeidet bewusst den Begriff Kind, weil für ihn das Wort Kind Menschen zum Objekt degradiert) hat das Recht frei sich zu bilden. Er sieht die Schulpflicht als eine staatlich organisierte Bevormundung und Entmündigung der jungen Menschen. Keine Reform kann laut Stern die Schule je zu dem machen, wofür sie selbst im optimistischsten Fall da sein sollte: die Potentiale junger Menschen zu entfalten, um sie zu zufriedenen, kreativen und lebensbejahenden Menschen zu machen.

Mehr Infos unter www.bertrandstern.de