2017: mehr Mut, weniger Angst

2016 geht zu Ende. In etwas mehr als 48 Stunden werden wir die alten Kalender zuschlagen und die neuen öffnen oder ganz einfach im Smartphone Kalender zur Kenntnis nehmen, dass 2017 beginnt. Aber was für ein Jahr war 2016 nun eigentlich? Diese Frage beschäftigt mich schon seit ein paar Tagen. Ein gutes Jahr, ein schlechtes? Im Freundeskreis ist die Meinung ziemlich eindeutig: 2016 war überwiegend ein anstrengendes Jahr. Und anstrengend klingt eher schlecht als gut. Aber ist anstrengend nicht auch gleich erfahrungsreich und macht „erfahrungsreich“ nicht gleich ein viel besseres Gefühl als „anstrengend“? Wenn wir versuchen unsere Bewertung der Dinge auszuschalten und unser Leben durch die Brille unserer Seele betrachten, dann ist ein anstrengendes Jahr ein gutes Jahr, weil es unserer Seele um eben möglichst viele Erfahrungen geht. Die Seele wertet nicht, für sie ist eine schlechte Erfahrung immer auch eine gute Erfahrung, eben, weil wir nur durch Erfahrungen wachsen. Dieses Lernen ist für mich übrigens auch der eigentliche Sinn des Lebens und genau das sollten wir uns immer wieder vor Augen führen: alles was uns widerfährt, hat am Ende eine positive Kraft, wenn wir bereit sind es anzunehmen. Kampf gegen etwas ist immer die falsche Wahl und zieht immer noch mehr von den Dingen an, gegen die wir uns wehren.
Leider werden wir in unserem System zu funktionierenden Bürgern erzogen, die möglichst keine Fehler(eigene Erfahrungen) mehr machen sollen, die perfekt funktionieren, in Beruf und Familie, wie Maschinen, die am Ende nicht selbst denken, sondern möglichst kritiklos das Hamsterrad am Laufen halten. Genau das aber erzeugt Ängste. Menschen, die immer nur funktionieren, die nicht das Leben ausprobieren, die immer Angst vor den möglichen Konsequenzen ihres Handelns haben, die ihr Verstand ihnen „flüstert“, verlieren eine ungeheure Menge an Lebensenergie und Lebensqualität. Kein Wunder also, dass ein Jahr eher als „anstrengend“ denn als „bereichernd“ empfunden wird, denn die Muster und Maßstäbe, die durch äußere Einflüsse (besonders Medien) unseren Verstand „befeuern“, sind heutzutage derart denaturiert und entkoppelt von dem, um was es wirklich im Leben geht, dass unser Empfinden des Erlebten überwiegend negativ geprägt ist.
Mein Plädoyer für 2017: seid mutig, probiert Euer Leben aus, lasst Euch nicht von Ängsten leiten, die ein Nährboden für falsche Lebensentscheidungen sind. Der Hirnforscher Professor Dr. Gerald Hüther hat es in einem Vortrag trefflich auf den Punkt gebracht: „Liebe ist das womit wir geboren werden, Angst ist das was wir lernen.“ Und warum lernen wir Angst? Weil sich ängstliche Menschen besser steuern lassen, weil ängstliche Menschen mehr konsumieren, mehr krank sind, mehr dem System dienen, das ausschließlich eine Bewertung kennt: materieller Erfolg. Dabei geht es um etwas ganz anderes: um zwischenmenschliche Beziehungen, um Liebe und die Verwirklichung des eigenen Seelenplans. Hier vielleicht eine kleine Inspiration, mit einer wichtigen Frage…:

Ich wünsche Euch für 2017 Frieden, Gesundheit, Glück und den Mut, den ihr braucht, um Eure Pläne zu verwirklichen.

„Zufriedenheitsaktivist“ – Alexander Chylek im Gespräch mit Jens Lehrich

Alexander Chylek ist ein Multitalent: Pilot, Musiker, Lehrbeauftragter an der Universität Eichstätt und seit kurzem auch „Zufriedenheitsaktivist.“ Eine Wortkreation, die beschreibt, was das Ziel seiner Initiative PEACE 300 ist: die Menschen über das Potential der inneren Haltung zur Zufriedenheit zu führen, um damit auch den Weltfrieden zu stärken. Zufriedene Menschen führen keine Kriege, zufriedene Menschen konsumieren weniger und zufriedene Menschen leben gesünder. Zufriedenheit ist der Schlüssel zum Glück, wenn man diese Zufriedenheit nicht im Materiellen, im Äußeren sucht. Die innere Zufriedenheit über Dankbarkeit, Vergebung und bedingungslose Liebe „herzustellen“, ist in unserer Gesellschaft aber immer noch zu sehr im Hintergrund. PEACE 300 will mit 300 Abenden für den Frieden dabei helfen, ein Gefühl dafür zu erzeugen, dass jeder Mensch in der Lage ist, ein zufriedenes Leben zu führen, wenn die Bereitschaft besteht, sich der Faszination der inneren Kraft zu öffnen. Ich habe Alexander Chylek in Eichstätt getroffen, um mit ihm über sein ambitioniertes Projekt zu sprechen. Ein ausführliches Gespräch mit vertiefenden Einsichten findet ihr auf der Website www.peace300.org, die ich an dieser Stelle sehr empfehlen möchte. Wie immer freue ich mich auf Eure konstruktiven Kommentare und wünsche allen Leserinnen und Lesern von ahundredmonkeys.de ein schönes drittes Adventswochenende.

Kommissare im Einsatz

Advent bedeutet: Ankunft. Für die einen ist es die Ankunft Jesu Christi, mir hätte zunächst die Ankunft des Handwerkers gereicht, auf den wir seit Wochen warteten: ein Tischler, der nach einem Wasserschaden bei uns die Fußleisten neu legen sollte. Angekündigt wurde er von der Verwaltung mehrfach, erschienen war er aber leider nicht. Also entschloß ich mich erneut, eine freundliche aber bestimmte Mail an unsere Hausverwaltung zu schreiben, mit der Bitte, die Fußleisten mögen doch noch vor Weihnachten „erledigt“ werden.
Schon am nächsten Tag der Anruf des „vermissten“ Handwerkers. Eine freundliche Männerstimme erklärte mir in gebrochenem deutsch: „Kollege war da aber ging nicht, weil Polizei.“ Ich wiederholte den Satz, um sicherzustellen, dass ich alles richtig verstanden hatte. „Polizei? Was für Polizei?“. „Haus ist versiegelt, Mitarbeiter konnte nicht rein“, schallte es mir entgegen. „Unser Haus, versiegelt, von der Polizei?“ In diesem Augenblick fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Meine beiden Jungs hatten vor zwei Wochen beim Spielen ein Schild an unsere Haustür geklebt:
Komisa Luca Komisa Paul
Das dieses am Küchentisch selbstgebastelte „Siegel“ eines 9-jährigen solche Auswirkungen haben würde, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Ich musste laut lachen und auch der freundliche Handwerker konnte nicht mehr an sich halten. Schön, wenn es in der hektischen Adventszeit noch Anlässe gibt, um fröhlich inne zu halten. Die Fußleisten sind übrigens mittlerweile verlegt, die jungen „Kommissare“ ermitteln weiter. In diesem Sinne wünsche ich allen ahundredmonkeys-Lesern einen fröhlichen zweiten Advent.