„Bewusstsein schafft Zufriedenheit“ – Dr. Peter Backwinkel aus Berlin im Gespräch

ZuFRIEDENheit ist ein Zustand, der zum persönlichen Glück führt. Wer zufrieden ist, lebt besser, gesünder und wahrscheinlich auch länger. Jedoch definieren die meisten Menschen Zufriedenheit über finanziellen Erfolg, wir haben verlernt achtsam zu sein und die kleinen, schönen Dinge des Lebens zu schätzen. Bei uns geht es meistens nur ums „liebe“ Geld. Ist das Konto voll, sind wir zufrieden, ist es leer, strampeln wir wie ein Meerschweinchen im Gartenteich. Der Wahnsinn ist, dass das Leben an uns vorbeizieht und wir nicht merken, dass wir vieles von dem was wir besitzen, gar nicht brauchen, dass das permanente „Haben wollen“ die größten Probleme mit sich bringt. Wir verschulden uns für Urlaube und müssen am Ende noch mehr arbeiten, um die Zinslast für die angeblich schönsten zwei Wochen des Jahres tragen zu können.

Unsere Keller stehen voll mit altem Zeug, wir kaufen solange neu, bis die eigenen vier Wände zu klein geworden sind und wir größere Wohnungen und Häuser brauchen, in der Erwartung, jetzt werde alles besser. Bis spätestens zum nächsten IKEA Besuch das Auto wieder voll ist, mit neuem Gerümpel. Ich bin da übrigens keine Ausnahme. Ich gehöre auch zu diesen „Verrückten“, ich lebe auch in diesem System, aber ich stelle mir immer häufiger die Frage, wofür ich Geld ausgebe und verkneife mir die Dinge, die nicht wirklich zu meiner Lebensqualität beitragen. Ein befreundeter Geistheiler hat es einmal so formuliert: gib Geld nur für die Dinge aus, die Deinen Seelenplan erfüllen, vermeide EGO-Käufe. Leichter gesagt als getan, denn wir sind süchtig geworden nach Materiellem, das große Kapital hat erkannt, daß es sich nur so vermehren lässt. Besuche im Wald bringen kein neues Geld, ein Tag in freier Natur kostet nix. Deswegen wird uns vorgegaukelt, wir würden etwas verpassen, wenn wir am Samstag nicht durch völlig überfüllte Innenstädte hetzen, um beim 200. XXL-SALE dieses Jahres das Schnäppchen des Jahrhunderts zu machen. Die Band Silbermond hat es so schön in einem Lied gesungen (Zitat): „Es reist sich besser mit leichtem Gepäck“, das Gepäck steht in diesem Fall für all die unnützen Dinge, mit denen wir uns zumüllen.

Glück und Zufriedenheit erreichen wir aber besonders dann, wenn wir in unsere Talente zu entdecken investieren, sie ausleben und vielleicht sogar einen Beruf daraus machen. Dr. Peter Backwinkel aus Berlin ist so ein Mensch, noch 2006 war er Geschäftsführer bei Drees & Sommer (ca. 2000 Mitarbeiter) und heute forscht er in seinem eigenen Institut IPR in Berlin, um Menschen zu helfen, die unter den Auswirkungen von Elektrosmog leiden. (80 % aller 5-jährigen heutzutage sind lt. Dr. Backwinkel bereits elektrosensibel) Ein spannendes Gespräch, das Mut macht, seiner Intuition zu folgen und die Dinge „anzupacken“, die unsere Bestimmung sind.

„Kümmer Du Dich um Du Dich“!

Dass etwas nicht stimmt in unserem Land, dass bekomme ich derzeit bei meinen Reisen durch Deutschland überall zu spüren und zu hören. Ein Taxifahrer aus Saarbrücken, der mir ungefragt aufbrausend erzählt, dass er die Politiker schon lange nicht mehr ernst nehmen kann, oder das von mir zufällig „belauschte“ Gespräch im Kölner Music Store zwischen einem Mitarbeiter und einem Kunden, die sich darüber einig sind, dass man Mainstream Nachrichten grundsätzlich nicht mehr konsumieren sollte, da sie einen nur „schlecht drauf“ bringen und genau dies ja auch das Ziel eben dieser Medien sei. „Nachrichten heissen Nachrichten, weil wir uns danach „richten“ sollen. Wer die Medien bestimmt, bestimmt, wie das Volk denkt.“ Alles nur Verschwörung? Alles nur selektive Wahrnehmung? Nach dem Motto: interessiere ich mich für gelbe Autos, sehe ich auch überall gelbe Autos. Mein Gefühl sagt: nein. Es werden immer Menschen, denen bewusst wird, dass wir etwas ändern müssen. Gleichzeitig fällt es uns aber so schwer etwas zu ändern. Auch mir übrigens, ich bin da keine Ausnahme.
Auch ich bestelle ab und zu bei Amazon und nehme gleichzeitig wahr, dass es kleinere Geschäfte immer schwerer haben, auch ich erwische mich dabei, dass ich nicht jeden Müll trenne, weil es manchmal einfach nicht die Gelegenheit dazu gibt. Auch ich kaufe noch Textilien oder Technik, die in Niedriglohn-Ländern produziert wird. Aber – und das ist für mich der Unterschied – ich nehme es nicht mehr als selbstverständlich hin. Deswegen bin ich kein besserer Mensch, aber ich bin überzeugt davon, dass wenn immer mehr Menschen über ihre Handlungen nachdenken, ein kollektives Bewusstsein entsteht, das positive Veränderungen bewirken kann. Ich versuche immer wieder auch alternative Wege zu gehen. In der Medizin, bei der Ernährung, beim Konsum. Muss man eigentlich immer nur in eine Schublade gehören, oder ist nicht jede einzelne Handlung, die ich zum besseren ausführe, ein Gewinn für die Gesamtheit? Das Schubladendenken führt doch am Ende nur dazu, das man verzweifelt aufgibt. Wenn man von 100 Mal einkaufen gehen 90 Mal die regionalen Produkte kauft, die keine großen Co 2 Emissionen verursachen und 10 Mal zum Obst aus Übersee greift, ist man aus Sicht der Kritiker schon ein Heuchler. Aber hat man nicht auch 90 Mal besser gehandelt?
Schubladendenken ist für mich ein Grundübel unserer Gesellschaft. Wir wollen, dass Menschen Fleischesser oder Veggies sind, wir wollen, dass wir sie als dumm oder gebildet einstufen können. Ein Dummer sagt nie etwas schlaues und ein Intelligenter nie etwas dummes. Aber warum eigentlich nicht? Wäre das nicht eine friedliche Option, die Menschen das tun zu lassen, was sie für richtig halten, ohne sie dabei zu bewerten und in eine Schublade zu stecken?
Ich glaube, wenn wir endlich lernen, den anderen so zu akzeptieren wie er ist und nicht seine Handlungen bewerten sondern fortan nur noch unsere eigenen, haben wir einen großen Schritt in Richtung Frieden gemacht. Meine Oma hat immer gesagt: „Kümmer Du Dich um Du Dich!“ – bei uns zu Hause war das ein geflügelter Satz. Jeder packt sich an die eigene Nase und steckt sich selbst in die Schublade, in die er hinein möchte. Oder noch besser: wir nutzen Schubladen ab sofort nur noch dafür, wofür sie einst erdacht wurden: zum verstauen von Socken und Unterhosen. In diesem Sinne: eine schöne Woche mit friedlichen Gedanken!