„Was ist, wenn ein junger Mensch „nein!“ sagt zu Schule, sich mit Händen und Füßen wehrt, weinend vor der Tür steht und nicht hinein möchte ins Klassenzimmer – aus welchen Gründen auch immer? So wie junge Menschen verpflichtet sind zur Teilnahme am Unterricht, so sind Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet, den „Abtrünnigen“ irgendwie zum Schulbesuch zu bewegen. Das heißt, vor allem jungen Menschen in unserer Gesellschaft steht offenbar nicht die Freiheit zu, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es möchten.“ Das ist ein Auszug aus dem aktuellen Artikel „Die Zwangs-Maschinerie“, der heute beim RUBIKON – dem Online Magazin für die kritische Masse – erschienen ist. Das dazugehörige Videointerview bekommt ihr hier, den gesamten Artikel findet ihr in der Video-Verlinkung. Wie immer freue ich mich über Eure konstruktiven Kommentare.

3 Gedanken zu “„Was ist, wenn ein junger Mensch „nein!“ sagt zu Schule, sich mit Händen und Füßen wehrt, weinend vor der Tür steht und nicht hinein möchte ins Klassenzimmer – aus welchen Gründen auch immer? So wie junge Menschen verpflichtet sind zur Teilnahme am Unterricht, so sind Lehrerinnen und Lehrer verpflichtet, den „Abtrünnigen“ irgendwie zum Schulbesuch zu bewegen. Das heißt, vor allem jungen Menschen in unserer Gesellschaft steht offenbar nicht die Freiheit zu, ihr Leben so zu gestalten, wie sie es möchten.“ Das ist ein Auszug aus dem aktuellen Artikel „Die Zwangs-Maschinerie“, der heute beim RUBIKON – dem Online Magazin für die kritische Masse – erschienen ist. Das dazugehörige Videointerview bekommt ihr hier, den gesamten Artikel findet ihr in der Video-Verlinkung. Wie immer freue ich mich über Eure konstruktiven Kommentare.

  1. Hallo Herr Lehrich und alle Mitlesenden,

    gern gesehenes, wichtiges und gleich von mir auch weitergeteiltes Gespräch.

    Die ausweichenden Antworten zur Frage der Jugendredakteurin am Schluss zeigen mir, wie sehr man dazu neigt, ein verändertes System vor der Veränderung (die schwer genug zu bewerkstelligen ist) als absolute Verbesserung zu sehen. Denn Maditas Frage ist berechtigt: wie geht die Gesellschaft damit um, dass es immer auch selbst traumatisierte, unreife, überforderte Menschen ohne Herzensbildung (und manchmal Intellekt) gibt, die Eltern werden und das Gebot von Herrn Stern, die Würde ihres Kindes über alles zu stellen, gar nicht berücksichtigen KÖNNEN? Braucht es dann doch wieder, zumindest unterstützend, Führung NEBEN der Familie?

    Es stimmt, dass man einen Faden nicht alleine verfolgen kann. Die Soziale Frage ist vermutlich neben einer notwendig anstehenden Erneuerung des Schulsystems mit eine der entscheidenden auf dem Weg zu einer für alle unterstützenswerten Gesellschaft.

    Herzliche Grüße,
    Sabine

  2. Chapeau,
    ein sehr wertvolles Gespräch das an den Grundfesten dieser Gesellschaft rüttelt. Mir ist allerdings eine Begriffsverwirrung aufgefallen, die ich hier einmal zu ordnen versuchen möchte, da dies gewissermaßen den link zum Verständnis des Systems und vor allem zur Täuschung durch das System darstellt. Ihr sprecht dort von Menschen, Kindern, Personen usw. Die Begrifflichkeiten teilen sich folgendermaßen auf:

    1.) Mann und Weib, Vater, Mutter, ihre Nachkommen, Sprösslinge, Söhne, Töchter, Mädchen, Knaben stehen VOR dem Recht. Niemand kann ihnen also sagen, was sie zu tun und zu lassen haben solange sie niemandem Schaden zufügen. Ihr Rechtkreis ist das Naturrecht.
    2.) Mensch, Herr und Frau, Eltern, Personen, Kinder. Sind fiktive Rechtskonstrukte, die dem Recht UNTERLIEGEN. Grundgestz, Verordnungen usw.

    Das mag etwas erbsenzählerartig rüberkommen, hat aber weitreichende Auswirkungen. Ihr sprecht dort über Menschen, meint aber die freien Subjekte unter Punkt 1.
    Kinder unterliegen der Schulpflicht in der BRD, was es natürlich zu ändern gilt. In welcher Form auch immer – so gehts nicht weiter wenn wir uns weiterhin als Dichter und Denker bezeichnen dürfen wollen.
    Eltern haben lediglich die Erziehungsberechtigung für die Kinder. Eine Berechtigung ist lediglich eine Lizenz , die auch wieder entzogen werden kann. Wer würde einem freien Wesen die Nachkommen wegnehmen wollen? Nehmen wir mal eine Löwin als Beispiel. Viel Spass dabei, schon der Versuch endet in ihrem Magen. Eben diese Achtsamkeit und Verantwortung ist natürlich aber die Voraussetzung für eine Bildung im Kreis der Familie, die hier in der Nachkriegszeit leider vernachlässigt wurde. Ein Mangel an Männern, die an den Fronten verheizt wurden, tat sein Übriges. Da könnten neue Modelle, wie zum Beispiel kleine, private Bildungsgemeinschaften helfen.
    Ich stelle auch die Frage, wer denn berechtigt ist mir Menschenrechte zuzugestehen, wenn ich als frei inkarniertes Wesen hier bin und alle Rechte per Geburt erhalten habe?
    In Groß Britannien, dem Mutterland der Demokratie, werden Jungen bis zum siebten Lebensjahr ‚master‘ genannt, danach ‚mister‘. Warum ist das so? Ist er bis dahin etwa tatsächlich frei? Dann wird dem Jungen eine Person verliehen und man macht ihn hartnäckig glauben, er sei diese Person. Und irgendwann glaubt er das dann auch und handelt als Person. Er zieht dann zum Beispiel in den Krieg und tötet. Als Mensch (ich benutze aus Gründen der Vereinfachung dieses Wort, meine aber ein männliches Wesen) würde er nie auf die Idee kommen jemanden zu töten. Ein krasses Beispiel? Keineswegs! Über die Personalisierung in einer Gesellschaft lässt sich jedwede Entfremdung wie Konkurrenz, Gewalt bis hin zum Töten, durch die Regierungen plausibel durchdrücken. Auch der Mangel an Verantwortlichkeit und Achtsamkeit ist eine Folge davon. Alle vier Jahre geben Männer und Weiber ihre Stimme ab um die aktive Gestaltung ihrer Zukunft der Verwaltung durch ihre Personen zu überlassen.
    In Frankreich kann jeder vierzehnjährige Schüler erklären, was es mit der Person auf sich hat. Es ist eben nur eine Maske durch die die Stimme durchdringt (lat. personare=durchtönen, durchschallen). Rührt daher der gut ausgeprägte Widerstandsgeist der Franzosen? Sind sie dadurch wachsamer wenn der Staat sie auspresst, anstatt nur helfend strukturell da-zu-sein?
    Spricht etwa die Mutter bei den Niederkunft von einer gesunden Person, die sie in die ‚Welt‘ gebracht hat? Nein, sie kommt mit einem freien Knaben oder Mäfchen nieder.

    Das soll nicht bedeuten, das es nicht sinnvoll ist, eine Person im staatlichen Gefüge zur Verfügung zu haben; schließt sie doch auch Härten durch die Anwendung von Naturrecht aus. Auge um Auge ist heutzutage ein doch recht atavistisches Konzept. Nur auf gesundem Abstand sollten wir diese Person halten und wissen das wir nicht die Person sind.
    Achtet mall im Alltag auf den Gebrauch des Wortes Person vor diesem Hintergrund. Ein echter Augenöffner! Es ist die Quelle des geistigen Widerstands auf Erkenntnisebene in jedem selbst.
    An dieser Stelle bitte ich um Vergebung für das Unterlassen gendergerchter Sprache – ich gehöre nicht zu dem PERSONENKREIS, der seine Muttersprache zerstört, nur um einem irren Trend zu folgen.

    jens, Danke für dein Schaffen

    Herzlichst
    Mihca

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.