Unter den Wolken…

Moderne Bankräuber müssen sich heutzutage nicht mehr verkleiden. Sie kommen in maßgeschneiderten Anzügen zu ihren Raubzügen, machen sich die Taschen voll und verschwinden dann klammheimlich wieder von der Bildfläche. Unterstützt werden sie dabei zuweilen von der Bundespolitik, mit dem Geld von uns braven Bürgern, die wir ja so gerne Steuern zahlen, damit eben diese Bankräuber oder wie man es heute so modern sagt, Konzernvorstände, einen ruhigen, entspannten Lebensabend haben.

150 Millionen Euro hat die Bundesregierung Air Berlin für die Rettung „geliehen“, davon hat sich CEO Thomas W. 4,5 Millionen Euro in die eigene Tasche gesteckt. Immerhin hat er dafür 9 Monate hart gearbeitet und das Unternehmen mit vollem Einsatz so richtig schön „vor die Wand geflogen“. So, wie es der Lufthansa gut gefällt, die jetzt rund 80 Air Berlin Maschinen „günstig“ übernehmen kann, übrigens ist die Lufthansa rein zufällig das Unternehmen, für das Thomas W. zuvor gearbeitet hat. Wer hier an eine Absicht denkt, der ist ein schlechter Mensch, vielleicht sogar ein wirrer Verschwörungstheoretiker.

Ehrlich gesagt fällt es schwer, bei solchen Umständen nicht zynisch zu werden und das zu tun, was dieser Blog eigentlich zum Kernziel hat: den Betroffenen, in diesem Fall den Air Berlin Mitarbeitern und ihren Angehörigen, zu vermitteln, dass jedes Ereignis – und sei es auch noch so schwerwiegend – immer auch eine positive Seite hat, dabei zu helfen, nach einer kurzen Wutphase das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, das den eigenen Lebensweg in eine neue, in eine bessere Richtung weist.

In diesem Zusammenhang möchte ich das Buch „Das Experiment der Hingabe“ von dem amerikanischen Bestsellerautor Michael Singer empfehlen, der sich als junger Mann seinem Leben mutig gestellt und jede noch so unangenehme Situation willkommen geheissen hat, ohne dagegen mit seinem Verstand anzukämpfen, ohne dem erlebten Unrecht noch mehr Energie zu geben. Wer dieses Buch gelesen hat, der spürt, dass das Leben es grundsätzlich immer gut mit uns meint.
Natürlich ist es nicht einfach, negative Umstände nicht zu bewerten und dabei im Vertrauen zu bleiben aber am Ende ist es der einzige Weg in die persönliche, wahrhaftige Freiheit.

Menschen wie Thomas W. sind „Täter in Nadelstreifen“, wie wir sie überall und leider immer häufiger in der Wirtschaft erleben. „Täter“, die wahrscheinlich durch selbst erlebte Traumatisierungen ihr Herz gänzlich verschlossen haben „und es der Gesellschaft mit allen Mitteln und Möglichkeiten verbieten, sie als Täter zu sehen.“ (Zitat aus dem Buch Mein Körper, mein Trauma, mein ich von Franz Ruppert und Harald Banzhaf) Menschen, die selber glauben Gutmenschen zu sein, weil ihnen der Bezug zu den wirklich wesentlichen Werten völlig abhanden gekommen ist.

Ich jedenfalls wünsche den Mitarbeitern von Air Berlin, dass sie das Trauma ihrer Kündigung schnell überwinden und in ein neues, besseres Leben starten können, frei nach dem Motto: auch unter den Wolken kann die Freiheit grenzenlos sein, wenn wir uns dem Leben hingeben und ihm vertrauen, dass sich neue Türen zur Erfüllung des eigenen Seelenplanes öffnen. Denn eines ist klar: viel Geld macht nicht „viel“ glücklich, schon gar nicht, wenn man es wie Thomas W. anderen „gestohlen“ hat.

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