Sind wir etwa verrückt geworden?

Maybrit Illner trägt ein Pflaster am Kinn und ganz Deutschland fragt sich seit Tagen, was da wohl passiert sei? Nach wie vor leiden rund 1 Milliarde Menschen in der dritten Welt an Hunger und ganz Deutschland fragt sich in diesem Fall gar nichts. Das Pflaster von Illner ist eine willkommene Abwechslung von TRUMP & Co., von der Diskussion über Atomwaffen oder von dem neuen SPD Kanzlerkandidaten Martin Schulz, der – so munkelt man – derzeit ein Pflaster am Knie trägt aber keiner bekommt es mit. Vielleicht im Sommer dann, wenn er eine kurze Hose trägt. Oder wenn die Fotografen der BILD Zeitung „endlich“ die neue SCAN-CAM einsetzen, eine neuartige Fotokamera, die jeden Prominenten auch dann nackt zeigen kann, selbst wenn er bekleidet ist. (Achtung FAKE-NEWS, die SCAN CAM ist eine Erfindung des Autors)
Die Deutschen jedenfalls lassen sich nicht beirren, kaufen weiter BILD und Co und freuen sich über die Berieselung mit boulevardesker Leichtigkeit. Mal ganz ehrlich – ist das jetzt etwa schon Zynismus? Ich denke nein, es ist aus der Entfernung betrachtet genau der Wahnsinn, in dem unsere Gesellschaft lebt. Ein Wahnsinn, der auf Verdrängung, Ignoranz und emotionaler Dummheit beruht, dem exakten Gegenteil von emotionaler Intelligenz. Aber: wieso ist der Mensch nun eigentlich so? Ist es das gesellschaftliche System, das ihn formt, oder ist er es am Ende selbst, der das System formt? Die berühmte Frage was zuerst da war, die Henne oder das Ei? Der bekannte Göttinger Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther wünscht sich ein Umdenken. Nicht das System sei das Problem, es sei unser Umgang mit dem System und der ständigen Sucht nach Bedeutsamkeit. Wir müssen endlich dem Wahnsinn entfliehen, dass alles immer größer, höher und spektakulärer werden soll.
Das Wesentliche ist einfach, so hat es schon der indische Philosoph Jiddu Krishnamurti in seinem gleichnamigen Buch geschrieben.Professor Hüther findet in dem Interview „Bewusstsein schafft Lebenssinn“, das ich mit ihm an seiner Akademie für Potentialentfaltung in Göttingen geführt habe, klare Worte für alle, die bereit sind, sich für einen neuen Weg inspirieren zu lassen. Eines scheint dabei sehr wesentlich: es gibt kein System auf dieser Welt, das in der Lage ist, unser eigenes Leben zu verbessern. Der Antrieb dafür und die Bereitschaft müssen aus uns selbst heraus entstehen. Wie immer freue ich mich auf Eure konstruktiven Kommentare zu diesem emotionalen Thema.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *