Kommissare im Einsatz

Advent bedeutet: Ankunft. Für die einen ist es die Ankunft Jesu Christi, mir hätte zunächst die Ankunft des Handwerkers gereicht, auf den wir seit Wochen warteten: ein Tischler, der nach einem Wasserschaden bei uns die Fußleisten neu legen sollte. Angekündigt wurde er von der Verwaltung mehrfach, erschienen war er aber leider nicht. Also entschloß ich mich erneut, eine freundliche aber bestimmte Mail an unsere Hausverwaltung zu schreiben, mit der Bitte, die Fußleisten mögen doch noch vor Weihnachten „erledigt“ werden.
Schon am nächsten Tag der Anruf des „vermissten“ Handwerkers. Eine freundliche Männerstimme erklärte mir in gebrochenem deutsch: „Kollege war da aber ging nicht, weil Polizei.“ Ich wiederholte den Satz, um sicherzustellen, dass ich alles richtig verstanden hatte. „Polizei? Was für Polizei?“. „Haus ist versiegelt, Mitarbeiter konnte nicht rein“, schallte es mir entgegen. „Unser Haus, versiegelt, von der Polizei?“ In diesem Augenblick fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Meine beiden Jungs hatten vor zwei Wochen beim Spielen ein Schild an unsere Haustür geklebt:
Komisa Luca Komisa Paul
Das dieses am Küchentisch selbstgebastelte „Siegel“ eines 9-jährigen solche Auswirkungen haben würde, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Ich musste laut lachen und auch der freundliche Handwerker konnte nicht mehr an sich halten. Schön, wenn es in der hektischen Adventszeit noch Anlässe gibt, um fröhlich inne zu halten. Die Fußleisten sind übrigens mittlerweile verlegt, die jungen „Kommissare“ ermitteln weiter. In diesem Sinne wünsche ich allen ahundredmonkeys-Lesern einen fröhlichen zweiten Advent.

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