Bewusstsein schafft Verantwortung

Meine erste Begegnung mit Ken Jebsen fand im Internet statt. Das war vor etwa einem Jahr. Zunächst war ich irritiert, da mir ein Freund aus Dresden die Beiträge von Jebsen gemailt hatte. Wie konnte gerade er mir so einen politischen Spinner empfehlen? Einen „Verschwörungstheoretiker“ (Wikipedia), einen der so schnell und wütend spricht, dass man wirklich Angst bekommen könnte, wenn das was er sagt, auch nur annähernd der Wahrheit entspräche.

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Ich machte mich auf die Suche, weil ich verstehen wollte, was meinen Freund Michael antrieb, Jebsen zuzuhören. Mein Freund Michael ist ein friedlicher, ein empathischer Mensch, der als Strassenmusiker die Menschen mit seiner Stimme berührt. Er selbst ist vor 12 Jahren aus dem System ausgestiegen, hatte als Bauleiter die Nase voll und lebt seitdem seinen Traum: Musiker. Weil er zu Beginn kein Publikum hatte, das zu ihm kam, entschied er sich zu seinem Publikum zu gehen: auf die Strasse. Ich lernte Michael Pritzke damals in der Fußgängerzone in Erfurt kennen, ich kaufte eine CD von ihm, rief ihn irgendwann an und fragte ihn, ob er nicht einen Produzenten brauche, weil ich von seiner Stimme und seinen Liedern fasziniert war. Wir arbeiteten 2 Jahre intensiv zusammen, stellten aber fest, dass wir zwar menschlich eng verbunden sind, dass unsere beruflichen Ansichten jedoch nicht kongruent laufen. Seitdem sind wir einfach „nur“ befreundet.
Was war also los mit Michael? Ich konterte am Telefon immer wieder, dass Menschen wie Jebsen, mit ihrer Hetze gegen das System, nur für noch mehr Unfrieden sorgen würden, dass wir ihnen besser nicht zuhören sollten. Doch dann entdeckte ich im Laufe meiner Recherchen einen Vortrag von Ken Jebsen an der Waldorfschule Überlingen. Wenn so einer Vorträge an einer Waldorfschule hält, dann kann er nicht so verrückt sein, wie mein Vorurteil mich glauben ließ. Zumal wir zu Hause in vielen Punkten auch ein Freund der Weltanschauung Rudolf Steiners sind. Kurz gesagt: dieser Vortrag von Ken Jebsen änderte meine Sicht Stück für Stück.

Heute – ein knappes Jahr später – bin ich fassungslos.(Filmtipp: DIE DUNKLE SEITE DER WIKIPEDIA)
Auch ein Grund übrigens für die Initiierung dieses Blogs, um besonders meinen Kindern zu dokumentieren, dass wir sehr wohl wussten, was derzeit abläuft. Natürlich ist es mir bewusst, dass das Gefahren in sich birgt. Die größte liegt darin, selbst in der Schublade Verschwörungstheoretiker zu landen. Der Schweizer Historiker und Friedensforscher Dr. Daniele Ganser, der diesen Prozess bereits hinter sich hat, hat es einmal so schön in einem Vortrag gesagt: „Wer von der Öffentlichkeit als Verschwörungstheoretiker gestempelt wird, dem hört man nicht mehr zu.“ Dr. Ganser ist das positive Gegenbeispiel für einen Mann, der sich den Rücken nicht verbiegen lässt und dem man sehr wohl zu hört, ja sogar immer mehr Menschen hören ihm zu, und das gibt allen Grund zur Hoffnung: „Am Ende gewinnt immer das Licht“ (Zitat Ken Jebsen aus dem Interview Bewusstsein schafft Verantwortung)

Rückblick: Zwar hatte ich schon immer eine Ahnung, das etwas falsch läuft in unserer Gesellschaft, aber ich habe das unter meinem Konsumzwang erfolgreich verdrängt. Ich war auf genau den Trick hereingefallen, den unser neokapitalistisches System seit Jahren so erfolgreich praktiziert. Ich werde abgelenkt, verliere mich im Detail, reibe mich an einzelnen Personen oder Parteien auf aber behalte nicht das große Ganze im Blick. Genau das aber fehlt uns, genau das soll auch verhindert werden. Wir regen uns über Putin auf und kommen nicht auf die Idee zu schauen, ob es vielleicht Obama auch schlimm treibt. Wir kämpfen gegen Atomkraft, während wir auf der anderen Seite jeden Tag das Erdöl aus den Zapfsäulen in unsere Autos fliessen lassen, das aus Eroberungskriegen stammt, die uns als Peace Keeping Operations verkauft werden.

Menschen, die diese Wahrheiten aussprechen, finden in den Medien kaum noch statt. Und wenn, dann werden sie als Verrückte oder Verschwörungstheoretiker abgestempelt. Warum – so frage ich mich – berichten unsere Medien nicht auch über die Friedensdemonstration vorm Kanzleramt, zu der Jebsen vor wenigen Tagen aufgerufen hatte? Mehrere tausend Menschen waren Jebsens Aufruf gefolgt, eine friedliche, berührende Veranstaltung, die nur eine Botschaft hatte: „Nie wieder Krieg“. Warum erfahren wir nichts davon? Warum erfahren wir nur von amerikanischen Generälen, die in ihrem Größenwahn den dritten Weltkrieg geradezu herbeisehnen?
Jeder noch so dumme Spruch eines AFD Politikers bekommt derzeit mehr mediale Aufmerksamkeit als eine Veranstaltung, die den Menschen Hoffnung macht. Hier liegt doch die Vermutung nahe, dass eine Person totgeschwiegen werden soll, die unbequeme Wahrheiten ausspricht. Da reicht es diesen Medien als Argumentation völlig aus, Ken Jebsen sei ein Verschwörungstheoretiker, ein Mann der seinen Job beim rbb (Rundfunk Berlin Brandenburg) verloren hat, weil er angeblich den journalistischen Standarts des Senders nicht genüge. Bitte versteht mich nicht falsch: auch ich kann nicht in den Kopf von Ken Jebsen hineinschauen aber meine Intuition sagt mir, dass er es gut mit unserem Planeten meint.

Keine Frage, Jebsens Worte sind oft schmerzhaft, weil sie an unseren inneren Schweinehund appelieren, endlich aus der Komfortzone herauszutreten und wirklich sinnvolle Dinge zu tun. „Jetzt ist mal Schluß mit shoppen“ – ein Zitat Jebsens, das unsere derzeitige Kultur auf den Punkt bringt. Wir shoppen, schauen auf RTL nackten Prominenten beim fummeln zu und wundern uns, dass unsere Kinder völlig denaturiert in einer egozentrischen Welt aufwachsen, die uns unglücklich und abhängig macht. Unglückliche Menschen lassen sich besser steuern als Glückliche, wer sich dieser Erkenntnis anschließen kann, sollte alles dafür tun, dass Glück endlich in die eigene Hand zu nehmen, nicht darauf zu warten, dass andere dieses Glück bereithalten.

Leider reagieren wir immer erst dann, wenn wir selbst betroffen sind. Dieses Verhalten kann beim Thema Frieden einen bösen Ausgang haben. Und deswegen ist Ken Jebsen für mich persönlich ein mutiger positiv Verrückter, der das lebt, was einst Mahatma Gandhi predigte: sei Du selbst der Wandel, den Du sehen willst. Ich will Frieden sehen, für meine Familie, für mich und für alle Menschen auf dieser Welt und ich bin überzeugt davon: „Wir schaffen das“ – wenn wir heute damit beginnen.

Ein Gedanke zu “Bewusstsein schafft Verantwortung

  1. Lieber Jens,
    wow – du bist ein toller Schreiber!

    Danke für die Schatzkiste voller Einsichten.
    Danke das du Ken mal von einer anderen Seite „beleuchtet“ hast.
    Er ist doch ein strahle Mann ☺
    …zeigt dies nur zu selten, da eben die unkomfortablen Themen dies kaum möglich machen. Einmal da dachte ich, nun bricht es aus Ken heraus, als Er auf ner Berliner Demo meinte, wir brauchen eine spirituelle R_(EVOL)_ution – vielleicht in Anlehnung an Dutschke…?

    Das wird sicher eine schöne Phase mit uns ♥
    Ein Song zum kennenlernen ~ ♥ ~
    Xavier Rudd ::Spirit Bird::
    https://www.youtube.com/watch?v=am-McRPSSe0

    ♥ Licht Grüße mirco

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